Es wird kalt, Baby - Babytragen im Winter

Blog Ratgeber Kumja

Mit diesen wichtigsten Tipps kommst du kuschelig durch die kalten Jahreszeiten.

Klar machst du dir als Mutter/Vater Gedanken, wie dein Baby mit der Kälte seines ersten Winters klarkommt und wie du es schützen kannst.

Eines steht fest: gar nicht rausgehen ist keine echte Alternative. Sowohl für dich als auch für dein Baby sind frische Luft und Licht angenehm und gesund. Das wichtige Vitamin D wird vom Körper nur bei UV-Bestrahlung der Haut produziert - also raus ins Tageslicht ;)

Kleines Baby & große Kälte

Ein paar Fakten vorweg

Dein Baby kommt direkt aus dem Paradies (Mamas Bauch). Eben noch wurde es selbstverständlich und pausenlos mit Wärme, Nahrung, sanfter Bewegung und gedämpften Geräuschen versorgt. Plötzlich muß es alleine atmen und trinken und seine Körpertemperatur selber regeln.

Diese Regulation können Neugeborene noch nicht gut alleine. Einerseits, weil sie es noch nicht gewohnt und entwicklungsphysiologisch noch nicht soweit sind. Andererseits, weil ihre geringe Masse mit der vergleichsweisen großen Körperoberfläche zu einem schnelleren Wärmeverlust führt.

Oder anders gesagt:

Vor allem Baby´s Kopf ist im Vergleich zu seinem Körper relativ groß und gibt viel Wärme ab.

Noch ein Aspekt: Babys bewegen sich noch nicht viel. Während uns beim Spaziergang warm wird, passiert das bei deinem kleinen Bündel eben nicht.

Was heißt das für dein Baby?

Du hast 2 Möglichkeiten:

  1. gut einpacken/isolieren
  2. aktiv wärmen

1. Möglichkeit: rundum warmhalten

Isolierende Kleidung

Was genau denn wohl Babys im Winter anziehen sollen - Zwiebelprinzip, Schneeanzug, Wollwalkanzug, oder bloß keine Wollsachen, weil sie ja so kratzen - darüber gehen die Meinungen auseinander.

Ganz ehrlich: es macht wenig Sinn, konkrete Anleitungen zu geben á la 1. Schicht Kurzarmbody aus Baumwolle, 2. Schicht Strumpfhose, 3. Schicht dünnes Jäckchen.... Es gibt zu viele Einflußfaktoren.

Was ist ein "dünnes Jäckchen"?
Wie dick ist die Decke vom Kinderwagen?
Wie kalt ist es?
Ist es windig?
Langer Spaziergang oder kurz mal Einkaufen?
usw....

Ein Anhaltspunkt kann jedoch sein: zieh deinem Baby immer eine Schicht mehr an, als du selber trägst.

Ansonsten: beobachte dein Baby und pass die Kleidungswahl euren Anforderungen an.

OK, ein paar Basics gibt es doch: eine Mütze gehört im Winter definitiv dazu, Handschuhe auch. Und bei Minusgraden empfiehlt es sich, Baby´s Gesicht, Hände und Ohren mit einer fettreichen Creme zu versorgen. Der Wechsel zwischen trockener, warmer Heizungsluft und der kalten Luft strapaziert die Haut.

Warm und sicher in Kinderwagen und Autositz

Bedenke beim Kinderwagen die Isolation der Unterseite - verwende hier ggf. ein Fell oder isolierende Matte/zusätzliche Matraze.

Wenn der KiWa nicht in Haus oder Wohnung steht, sollte zumindest die Tasche, der Aufsatz oder der Fußsack mit in die Wohnung genommen werden, damit es Baby direkt warm hat. Gleiches gilt für die Babyschale. Du nimmst ja auch ungern auf dem eiskalten Autositz Platz ;)

A propos: noch nicht so lange im Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist die Tatsache, daß dicke Winterjacken und Schneeanzüge die Funktionsfähigkeit der Gurtsysteme im Auto beeinträchtigen können – bei Erwachsenen und auch Kindern. Das hat der ADAC in Simulationen nachgestellt.
Damit Gurte im Ernstfall auch wirken können, müssen sie direkt und dicht am Körper entlanggeführt werden.
Praktisch bedeutet das: lege lieber eine Decke oder die ausgezogene Jacke über dein eng angeschnalltes Baby in Babyschale oder Kindersitz. Oder stell durch Öffnen und Wegschieben der Jacken den engen Kontakt zum Gurt sicher.

Was ist warm genug?

Bei Babys sind Nacken oder Bauch gute Stellen für den Temperaturcheck. Wenn es dort schön warm ist, aber eher nicht schwitzig-feucht, ist grundsätzlich erstmal alles gut.

Wenn deinem Baby zu kalt ist, kühlen zuerst Hände und Füße aus. Allgemein sieht man das nicht als kritisch an, auch weil es bei niedrigen Temperaturen wirklich schnell mal passiert. Wünschenswert ist es allerdings nicht und in dem Fall, meinen wir, solltest du für mehr Wärme sorgen.

2. Möglichkeit: dein Baby zusätzlich aktiv wärmen

Baby heizen?

Nein, eine Babyheizung gibt es nicht zu kaufen ;) (ja ok, Heizstrahler mal ausgenommen). Eine Wärmedecke klingt verlockend, aber die Unfallgefahr ist zu hoch.

Selbst eine Wärmflasche sollte nur zum Anwärmen von Bett oder KiWa genutzt, dann herausgenommen werden. Weil man sich schnell mit der Temperatur verschätzen kann und die Flasche bei langem Kontakt dann vielleicht doch zu heiß ist. Kirschkernkissen sind auch mit Vorsicht anzuwenden.

Besser: Baby tragen

Good news: du selber bist eine 1A Babyheizung, immer optimal temperiert. Trag dein Kleines in einer passenden Tragehilfe  unter deiner angemessen warmen Jacke. In so engem Kontakt spürst du auch immer, wie es deinem Baby geht. Dein Kind muß nicht extra dick angezogen werden. Kleidung, wie es sie zu Hause anhat, reicht aus.

Auch wenn dein Baby gerade in der Trage eingeschlafen ist und dann nicht mehr umgezogen werden kann und will, sind spontane Ausflüge zu Fuß kein Problem. Werden beheizte Räume betreten - z.B. ein Supermarkt oder Café - ziehst du einfach deine Jacke aus oder öffnest sie.

Genial einfach, oder?

Wärmebildfotos zeigen kaum Wärmeverlust = gute Isolation beim Tragen unter der Jacke (mit Winterkumja Jackenerweiterung).

Daß Babys - vor allem die kleinen - wirklich unter der Jacke getragen werden sollten, ist einhellige Expertenmeinung. Z.B. sagt Kinderarzt Prof. Joachim Gardemann vom roten Kreuz:

"Der wichtigste Rat für Eltern ist: Babys immer am Körper tragen! Im Kinderwagen oder einer Babyschale kann es schnell zu einer Unterkühlung kommen. Deshalb ist es besser, sich die ganz Kleinen beispielsweise mit einem Tuch vor den Bauch zu binden und den eigenen Mantel drüber zu schließen. Körperwärme ist der beste Schutz."

Babytragen funktioniert auch bei Schnee, wenn das Manövrieren eines Kinderwagens schwierig sein kann. Bei Glätte können rutschhemmende Spikes für die Schuhe verwendet werden. Ein gutes Profil reicht aber meist aus.

Tragen über der Jacke

Tragehilfen oder Tragetücher über der Jacke angelegt sitzen übrigens meist nicht richtig und verrutschen auf glatter Winterkleidung schnell. Der Schneeanzug deines Babys wird von der Tragehilfe zusammengedrückt, verliert an Isolationsleistung und wärmt dann nicht mehr richtig. Mit dieser Technik wirst du also nicht glücklich mit deiner Babytrage im Winter.

Die Lücke zwischen dir und deinem Kind solltest du nicht mit einem sehr voluminösen Schal schließen, weil der im Gesicht deines Babys stört und ich ungünstigsten Fall seine Atmung beeinträchtigen könnte. Trage besser einen Pulli mit Rollkragen oder einen speziellen,  flachen Trageschal.

Richtig gut bewährt haben sich auch Schlupfmützen, die sicher halten und kaum verrutschen, wenn das Köpfchen sich auf deiner Brust von einer Seite zur anderen dreht.

Sollte die Jacke nicht deutlich über die Füße deines Baby reichen, empfehlen sich auch Tragestiefel.


All diese Accessoires lassen sich auch gut abseits vom Babytragen nutzen.

Babytragen - Alternativen zum Warmhalten

Sollte dein Baby nicht (mehr) mit unter deine Jacke passen, gibt es mehrere Lösungen:

  •  die übergroße Jacke (z.B. vom Partner) - funktioniert, ist aber nicht so schön; für die Sparfüchse
  • die Tragejacke - es gibt diverse Modelle, die in der Regel auch zum Rückentragen verwendet werden können, jedes Elternteil benötigt in der Regel ein eigenes Exemplar; vergleichsweise kostenintensiv, weil neue Jacke; aber auch in Schwangerschaft und ganz ohne Baby tragbar
  • Tragecover - die eigene Jacke bleibt offen, das Cover wird über dem Baby an der Trageperson und/oder Tragehilfe befestigt; passt immer, etwas umständlicher zu handlen
  • Jackenerweiterung- für die eigenen Jacken, für Mama und Papa, relativ günstig, auch für die Schwangerschaft, verschiedene Jacken nutzbar, eigene Jacke = eigener Stil; nachhaltig; auch Rückentragen möglich

Ist die Jackenfrage erstmal geklärt, kann euch praktisch nichts mehr aufhalten :)

Ein Video von Einfach-Eltern zum Thema Babys & Kälte

Klick, um das Video zu aktivieren (dann werden Daten an YouTube übertragen)

 

Frauke und Diana von Einfach Eltern haben übrigens auch ein tolles Buch geschrieben: Baby Basics